*
UBERBLICK-BILD
blockHeaderEditIcon
GESCHCHTE-UEBERBLICK
blockHeaderEditIcon

DIE GESCHICHTE IM ÜBERBLICK


Am Ort der ehemaligen Frohnfeste und auf dem durch die Regulierung von Salzach und Hellbrunner Bach gewonnen Land wurde 1905-1909 das Salzburger Landesgericht mit dem Gefangenenhaus gebaut. Der von Alexander Wielemans von Monteforte geplante Gebäudekomplex repräsentierte mit seinen – für Salzburger Verhältnisse – sehr großen Ausmaßen und der palastartigen Architektur den Staats- und Verwaltungsapparat der Monarchie wie sonst nur die Gebäude auf der Wiener Ringstraße. Das Gebäude verkörperte sichtbar die Autorität der Rechtsprechung in der Formensprache des 19. Jahrhunderts.
 
Das Gebäude wurde in dieser Form über hundert Jahre genutzt. Anfang der 1970er Jahre wurde das Gebäude im Innenhof erweitert. Die Nutzung der Höfe durch das Gefängnis machten diese für die Öffentlichkeit unzugänglich. Innerhalb des Gebäudes war die Orientierung für Besucher schwierig.
 
Die Absiedelung des Gefangenenhauses nach Puch Urstein ermöglicht nun eine neue Nutzung des Gebäudes. Markant wirkt besonders die Öffnung nach allen vier Seiten hin, welche eine Nutzung des Innenhofes für die Bevölkerung ermöglicht und zugleich die Orientierung in den Bestandsgebäuden erleichtert, da diese nun als ein Gebäudekomplex von außen und innen erlebbar werden.

NAVI-GESCHICHTE-NEU
blockHeaderEditIcon


DIE GESCHICHTE IM DETAIL
 

Texte auf Grundlage einer bauhistorischen Untersuchung, Monumentum GmbH 2012.


> ZUM NAVIGIEREN AUF GEWÜNSCHTE JAHRESZAHL DRÜCKEN!

 

1901-BILD
blockHeaderEditIcon
1901-1903-TEXT
blockHeaderEditIcon









1901 - 1903
 

Die Veränderungen des ehemaligen Festungsgebietes nordöstlich der Altstadt machten im ausgehenden 19. Jahrhundert zahlreiche Eingriffe in die ältere Bausubstanz und neue Grundstückzuschnitte notwendig:
Es entstanden neue Straßen und Plätze. Eine wesentliche Infrastrukturmaßnahme war die Regulierung des Hellbrunner Baches und die Befestigung des Ufers zur Salzach am Rudolfskai.  

Um einen Neubau des Gerichtsgebäudes vorzubereiten, musste der Justizfiskus in diesem Bereich zahlreiche Grundstücke und Parzellen kaufen oder tauschen bis ein entsprechendes Areal zusammengekommen war.

Im  Juni 1901 wurde der k.k. Baurath und Architekt Alexander von Wielemans zur Ausarbeitung des Projektes für das neue  Landesgerichtsgebäude und Gefangenenhaus in Salzburg beauftragt.  Alexander von Wielemans, Edler von Monteforte (1843-1911) gehörte zu den gut etablierten Architekten offizieller Bauvorhaben in der Monarchie. Zu seinen Referenzen zählten der Justizpalast in Wien (1875-1881), das Rathaus (Umbau) von Graz, die Zivilgerichtsgebäude in Graz (1889-1893), Olmütz (1903) und Brünn (1903-1908). Alexander v. Wielemans galt als ein Spezialist für Gerichtsgebäude-Architektur der Monarchie. Er wählte vorwiegend Renaissance- und Barockformen, während er sich gegenüber moderneren stilistischen Strömungen wie der Secession wenig aufgeschlossen zeigte. Er wusste aber baukonstruktiv durchaus neue Entwicklungen zu nutzen. Im Gegensatz zu dem gleichzeitig entstandenen Bau in Brünn waren beim Salzburger Gerichtsgebäude barocke Elemente in dem Entwurf deutlich stärker vertreten. Das Ergebnis wirkte schließlich wie ein neobarocker Palastbau.



 

1903-1909-BILD
blockHeaderEditIcon
1903-1909-TEXT
blockHeaderEditIcon









1903 - 1909
 

1903 fand die Bauverhandlung am Kajetanerplatz statt. Die dort Anwesenden stimmten dem Bau zu, während die Denkmalpflege – in Form der „Zentralkommission für die Erforschung und Erhaltung der Kunst und historischen Denkmale“ – schwere Bedenken äußerte. Die Einsprüche wurden aus formalen Gründen zurückgewiesen.

In der zweiten Jahreshälfte 1903 begann der Bau des Gefangenenhauses, das 1906 in Betrieb genommen werden konnte.

Das Gefangenenhaus hatte nun einen Grundriss in Form eines „H“ mit einem Querflügel in Ost-Westrichtung und zwei nicht symmetrisch ausgeführten Längsflügeln. In Hinblick auf eine einheitliche Gesamtwirkung waren die Fassaden des Gefangenenhauses ähnlich gestaltet wie die des Gerichtsgebäudes.

Der ab 1905/06 anschließende Bau des eigentlichen Gerichtsgebäudes war wiederum in zwei unmittelbar aufeinander folgende Abschnitte gegliedert.

Im Februar 1909 erfolgte die Benützungsbewilligung des fertiggestellten Justizgebäudes.

Im September 1909 wurde der Betrieb aufgenommen.

Das Gerichtsgebäude einschließlich des Gefangenenhauses bestand nun aus der unregelmäßigen Vierflügelanlage entlang der Grundstückskanten – mit Ausnahme des Rücksprungs an der Südseite. Als repräsentative Hauptfassade wird jene des Nordflügels zum Rudolfsplatz verstanden. Am Kajetanerplatz hat  vor allem die fünfachsige Fassade mit Eingang und dem dahinter liegenden Schwurgerichtssaal eine eindrucksvolle Wirkung.



 

1963-BILD
blockHeaderEditIcon
Bild folgt.
1963-TEXT
blockHeaderEditIcon









1963
 

Bis in die 1950er Jahre sind keine nennenswerten Umbauarbeiten bekannt.
1963 gab es einen Erweiterungsbau im Innenhof, welcher später noch aufgestockt wurde.

1975-1977-BILD
blockHeaderEditIcon
1975-1977-TEXT
blockHeaderEditIcon









1975 - 1977
 

Im Jahre 1975 erging der Bescheid mit der Bewilligung zur Errichtung eines 6-geschossigen  Erweiterungsbaues im Hof unmittelbar südlich anschließend an den bestehenden Nordflügel mit Ausnahme des bestehenden Treppenhauses. Zwischen Alt- und Neubau wurde ein Lichthof eingefügt. Architekt war DI Jakob Adlhart aus Hallein. Durch diesen massiven Eingriff, der einschließlich des neuen Lichthofes faktisch eine Verdoppelung der Tiefe des bestehenden Nordflügels bedeutete, sollte der seit langem beklagten Raumnot der Gerichtsbehörden wirkungsvoll begegnet werden. Hinzu kamen neue Werkstätten für das Gefangenenhaus auf der Ebene des Kellergeschoßes. Zur Verbesserung der Erschließung wurde auch eine Aufzugsanlage errichtet.



 

1978-1982-BILD
blockHeaderEditIcon
Bild folgt.
1978-1982-TEXT
blockHeaderEditIcon









1978 - 1982
 

Im Jahre 1978 erhielt das Salzburger Justizgebäude einen neuen, hellen Fassadenanstrich anstelle des inzwischen verblassten Gelbtones, der das äußere Erscheinungsbild geprägt hatte.

Im Jahre 1982 erging das Bauansuchen für eine Auffahrtsrampe für Behinderte seitlich zu beiden Seiten des Haupteingangs zum Rudolfsplatz. Des Weiteren erfolgte eine Erneuerung der Dachdeckung.

1994-1996-BILD
blockHeaderEditIcon
1994-1996-TEXT
blockHeaderEditIcon








1994 - 1996


1994 bis 1995 wurden Teile des Dachgeschoßes im Ost- und im Westflügel des Gerichtsgebäudes in Leichtbauweise ausgebaut, um zusätzliche Diensträume, Archivräume, und einen weiteren Verhandlungssaal unterzubringen, der genau über dem großen Schwurgerichtssaal liegt.

1996 traf man anlässlich des ersten WEB Prozesses am Salzburger Landesgericht aus Platzgründen die Entscheidung, Teile der fest verbauten, originalen Möblierung des Schwurgerichtssaals zu entfernen. Es wurden die beiden erhöhten Bankreihen jeweils links und rechts des Richtertisches mit samt den Podesten demontiert. Diese Maßnahme war mit Zustimmung des Bundesdenkmalamtes unter der Bedingung erfolgt, dass die Einrichtung nach Abschluss des Prozesses wieder eingebaut würde. Das Verfahren dauerte mehrere Jahre; die vor 20 Jahren ausgebauten Elemente waren am Dachboden gelagert und werden derzeit für einen Wiedereinbau restauriert.



 

1997-2010-BILD
blockHeaderEditIcon
Bild folgt.
1997-2010-TEXT
blockHeaderEditIcon









1997 - 2010


Eine neue Fassadenfärbelung mit Silikatfarben wurde in drei Abschnitten in den Jahren 1997-2000 ausgeführt. Die Arbeiten an den Außenfassaden umfassten eine Fenstererneuerung nach altem Vorbild.

Noch im Jahr 2000 wurde eine Teilerneuerung der Dacheindeckung zusammen mit der Überarbeitung der Blitzschutzanlage notwendig. Eine umfassende Dachsanierung erfolgte 2007.

2010 erfolgte aufgrund der neuen Nichtraucherregelung in Österreich eine räumliche Abtrennung im  „Cafe im Landesgericht“.

Bottom1
blockHeaderEditIcon
Bottom2
blockHeaderEditIcon
 
Bottom3
blockHeaderEditIcon

Ein Projekt der Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail